Kaum retten konnten sich am Montag dieser Woche die Jusos Niedernhausen vor dem Ansturm der Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Informations-Veranstaltung „Windenergie – und was haben wir davon?“. Mehr als 120 Interessierte fanden den Weg in die Niedernhausener Autalhalle, um mehr über die Hintergründe und Chancen der Nutzung der Windenergie zu erfahren.Als beratender Ingenieur und Windenergieplaner referierte Jürgen Simon über die technischen und planerischen Hintergründe eines Windkraftprojekts. Wie es im Raum Heppenheim gelang mit Windkraftanlagen den Wohlstand zu vermehren, darüber berichtete Micha Jost als Vorstand der Energiegenossenschaft Starkenburg.
Er brachte seine Botschaft direkt zu Beginn des Vortrages auf den Punkt. Seine Antwort auf die Fragestellung der Veranstaltung lautete: „Windenergie – wir haben was davon!“ Darüber hinaus schilderte er eindrucksvoll, dass eine Energiegenossenschaft eine ideale Möglichkeit ist um vielen Bürgerinnen und Bürger eine Beteiligung an einer langfristigen, sauberen und regionalen Investition in Erneuerbare Energien zu ermöglichen.
Durchaus kritische Detailfragen wurden an Windenergieplaner Jürgen Simon während seiner aufschlussreichen Präsentation gerichtet. Simon beantworte sie nicht nur mit außerordentlicher Fachkenntnis, sondern beschrieb anschaulich, dass eine von Anbeginn umweltschonende Planung der Windkraftanlagen der beste Garant für eine erfolgreiche Projektentwicklung ist. Schließlich muss ein anspruchsvolles Bauantrags- Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, um die Verträglichkeit der Planung mit Fauna, Flora und dem Menschen sicherzustellen.
„Wir hoffen unseren Gästen Mut gemacht zu haben, die Nutzung der Windenergie aktiv anzugehen. Denn die Energiewende bietet riesige Chancen für die Demokratisierung der Energieversorgung – es liegt an den Bürgerinnen und Bürger und auch der Kommunalpolitik sie zu nutzen! Wir freuen uns, dass zahlreiche Gäste auch weiterhin mit uns in Kontakt bleiben wollen, um mehr über Energiewende zu erfahren“, so Carsten Mohr für die Jusos Niedernhausen, die vom Juso-Unterbezirk Rheingau-Taunus und dem Juso-Bezirk Hessen Süd Unterstützung bei der Durchführung der Aktion erhielten.
Reale 100 Prozent Erneuerbare Energie - und nicht nur virtuelle bunte Buchstaben
„Wir können nicht nur bunte Homepages verfassen, sondern möchten unseren gemeinsamen Lebensraum bunt und kreativ mitgestalten" - unter diesem Motto stand die Einladung der SPD Engenhahn zu einer Diskussionsrunde am 04. November zum Thema „Energiewende". Deutlich wurde allerdings, dass die Website der Engenhahner Genossen zwar gut 70.000 Aufrufe binnen 48 Stunden verzeichnete, zur Begegnung im echten Leben aber nur wenige Interessierte folgten.
Dennoch nutzte der Vorstand der Engenhahner SPD, vertreten durch Ortsvorsteher Peter Woitsch und Tobias Vogel, die mediale Aufmerksamkeit, um die politischen Inhalte der kommunalen Energiewende sehr pointiert zu bewerben: Die sozialdemokratische Energie-Programmatik gehe deutlich über die Notwendigkeit hinaus mit Erneuerbaren Energien den Klimawandel zu stoppen. "Wenn die britische Regierung in "Hills Fuel Poverty Review" mit 2700 Toten im kommenden Winter rechnet, die in ihren Wohnungen erfrieren, weil sie sich das Heizen schlichtweg nicht mehr leisten können, dann sind das "englische Verhältnisse", die wir hier nicht wollen", so Tobias Vogel (Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeindevertretung Niedernhausen und Sprecher des Arbeitskreises Umwelt & Energie der Kreis-SPD). Energie-Armut bestehe, so Vogel, wenn die Kosten für Energie - wie Öl, Gas oder Strom - mehr als 10% des persönlichen Netto-Einkommens betrage. Betroffen seien vornehmlich Rentenbezieher sowie Mitbürger und Familien mit kleinen Einkommen.
Um stabile Energiepreise für die Verbraucher herzustellen gäbe es, so die SPD Engenhahn für die Kommunalpolitik verschiedenste Handlungsfelder: Eine Stromnetz-Gesellschaft im Idsteiner Land beispielsweise, die nicht nur den Betrieb des Stromnetzes organisiert, sondern auch als Produzent und Vertriebspartner 100% Erneuerbarem Stromes auftritt. Oder die Tätigkeit eines "Regionalwerks" auf Ebene des Landkreises. Die Engenhahner SPD begrüßet den jüngsten Prüfauftrag des Kreistages. Demnach soll geprüft werden, ob das Energiedienstleistungszentrum, ein GmbH des Kreises, beispielsweise auch als Projektentwickler für Nahwärme-Netze auftreten könnte. Diese könnten von Blockheizkraftwerken und solarthermischen Kollektoren zu 100 % mit Erneuerbarer Energie gespeist werden.
Bei der Umsetzung der Möglichkeiten schließlich müsse man das „Zauberwort der Energiewende" zur vollen Geltung kommen lassen. Es heißt: „Wertschöpfung" - und bedeutet, dass die Bürgerschaft, die Gemeinde und die Politik von den Chancen der dezentralen, kommunalen Energiewende profitieren können. Für die Bürgerinnen und Bürger könnten an 5-7 prozentigen Renditen teilhaben - und die Gemeindekasse könnte mit dauerhaften Einnahmen aus Pacht und Gewerbesteuer rechnen. „Gelder, die die Gemeinde dringend benötigt, wenn sie weiterhin die ihr übertragenen und nicht vergüteten Leistungen wie die Kinderbetreuung aufrecht erhalten soll", unterstrich Ortsvorsteher Peter Woitsch.
Große Erwartungen setzen Woitsch und Vogel in den „Masterplan Energie", den die Gemeindevertretung kürzlich beschlossen hat. „Dann wissen wir, wie groß unser Energiebedarf ist, wie wir ihn durch unser heimischen Potentiale decken können - sodass wir alle interessierten Bürgern in einen Dialog über die Umsetzungsmöglichkeiten einbinden können - und dann geht es los!". Auch hier nochmal zur Berichterstattung "Wiesbadener Kurier" http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/niedernhausen/11327951.htm
Social Bookmarks - Bitte bookmarken Sie meine Seite bei: